Audio-Branding

Unter Audio-Branding versteht man alle strategischen und operativen Maßnahmen, die dazu beitragen eine Marke hörbar zu machen.

Der daraus resultierende Brand-Sound wird zum festen Bestandteil der Brand-Identity. Er hat die Aufgabe, Identität, Werte und Philosophie der Marke akustisch zu übersetzen und bei der Zielgruppe zu verankern.

Bekannte Beispiele für »Audio-Branding« sind u.a. die deutsche Telekom (Audio-Logo), Intel, MGM (brüllende Löwe), Master Card oder Sparkasse (Jingle). Durch den wachsenden Einsatz von Sprachassistenzsystemen wie Alexa, Google Assistant oder Siri wird »Audio-Branding« nun für viele Unternehmen relevant, welche bisher kaum sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten für die akustische Markenführung hatten. Neben den klassischen Telefonschleifen und Telefonansagen, sind Podcasts oder Videokommunikationsmaßnahmen die häufigsten Audio-Branding-Anwendungsfelder. Dadurch ist die akustische Unternehmens- und Markenkommunikation nicht nur bei B2C-Unternehmen, sondern auch bei B2B-ausgerichteten Firmen im »relevant Set« angekommen.

Aktuelle Entwicklungen weisen darauf hin, dass der Bereich »UX« (User Experience) eine wichtige Rolle bei der akustischen Markenführung einnimmen wird. Durch eine hohe akustische Präsenz wie beispielsweise die der App-Feedback-Klänge, entwickeln sich die »Notification Sound« zu wichtigen Markenbotschaftern.

Weitere Informationen zum Thema UX Sound finden Sie hier.


Was sollte bei einer erfolgreichen Audio-Branding-Entwicklung beachtet werden?

Der Erfolg von »Audio-Branding« basiert auf den strategischen Richtungsentscheidungen und den davon abgeleiteten Maßnahmen. Beispielsweise sollte entschieden werden, mit welchen auditiven Prinzipien die Markenidentität langfristig geprägt werden soll. Ein Audio-Branding sollte darüberhinaus auch nie als alleinstehende Marketingmaßnahme betrachtet werden – eine Marke wird vom Kunden immer mit allen Sinnen wahrgenommen.
In Zeiten von Digitalisierung und agilen Prozessen, sollte der Brand-Sound so einfach wie möglich einsetzbar sein.

Diese 5 Anregungen sollten beachtet werden:

1. Übersetze die Markenkernwerte mit intuitiv verständlichen Klangfarben, Methaphern, Soundeffekten oder Stimmen.

Dies kann durch unterschiedliche Methoden geschehen. Von einfachen Assoziations- und Implikations-Brainstormings über Design Sprints bis hin zu datenbasierenden Tools auf Grundlagen von Archetypen, Milieumodellen oder Semiometrien.

2. Kenne die musikalischen Präferenzen der Zielgruppe.

Dank aktueller Entwicklungen in der künstlichen Intelligenz und der Bigdata-Auswertung, lässt sich sehr genau analysieren, welche Musik die Zielgruppenvertreter gerne hören und durch welche sonstigen Medien sie geprägt werden.

https://t3n.de/magazin/ki-marketing-lernenden-algorithmen-neuen-zielgruppen-247321/

3. Schaffe kreativen Spielraum für Experimente und ermögliche damit Innovationen.

Die innovativsten Ideen entstehen durch (methodisches, also planbaren) Experimentieren. Nur wenn ein kreativer Raum erlaubt ist, kann Neues entstehen. Das Experiment sollte daher wichtiger Bestandteil einer Kreationsphase sein.

4. Gestalte die Implementierung der Brand-Sound-Elemente so einfach wie möglich.

Wenn die Audio-Branding-Elemente nicht einfach und leicht verwendet werden können, dann werden sie nicht oder nur inkonsequent zum Einsatz kommen. Neben klassischen Brand-Manuals werden vermehrt auch Dienstleister wie Frontify oder Implementierungstools von spezialisierten Brand-Sound-Anbietern wie beispielsweise audity eingesetzt.

Implementierungs-Tool »Audio Branding Studio« der audity GmbH
Audio-Integration in Frontify

5. Beobachte und messe den Einfluss der Audio-Branding-Elemente.

Messe den Erfolg (KPI, ROI, CX) durch gestützte und ungestützte Monitoringmethoden.
Audio Branding and ROI: http://marketingmusicology.com/archives/854


Ein gelungenes »Audio Branding« basiert auf den Grundwerten einer Marke und ist damit das wohl emotionalste Steuerungs-Instrument, welches der modernen Markenführung zur Verfügung steht.

Rainer Hirt, Brand & UX Sound Evangelist

Begrifflichkeiten: Für den Begriff »Audio Branding« wird teilweise auch »Sound Branding« verwendet (selten »Acoustic Branding« oder »Sonic Branding«).


audio-branding.de wird herausgegeben von der audity GmbH (Brand & UX Sound Company)